I. | ESV Lok Erfurt – VfB Grün-Weiß 1990 Erfurt 3:4 (3:1)

Am 21. Spieltag der Kreisoberliga gastierte der VfB Grün-Weiß beim ESV Lok Erfurt. Wie bereits in den Vorwochen galt auch hier sich nicht vom unteren Tabellenplatz der Gastgeber täuschen zu lassen. Trainer Körner betonte vor Anpfiff nochmals, dass Spiele gegen diesen Gegner immer ihren eigenen Charakter haben, womit er in der Folge Recht behalten sollte. Die Zuschauer sahen ein Spiel, welches sie so schnell sicher nicht vergessen werden. Die Gäste starteten mit neuem System, welches jedoch eine sichtliche Eingewöhnungszeit in den eigenen Reihen benötigte. Von beiden Mannschaften schienen lange Bälle als geeignetes Mittel bevorzugt.
Ein eben solcher Ball aus der eigenen Abwehr versuchte Körner mit einem Scherensprung in die Offensive zu verlängern, genau das Gegenteil gelang ihm dabei jedoch. Volley knallte er das Leder von der Mittellinie direkt ins eigene Gehäuse, Grün-Weiß- Keeper Kirchner konnte trotz Rettungsversuch dieses artistische Eigentor nicht mehr verhindern. 7 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gerade einmal gespielt. In der Folge verstanden es die Gastgeber klug, die unsicher wirkende Mitte der Gästeabwehr immer wieder gefährlich zu überspielen, ohne jedoch daraus Kapital zu schlagen. Doch auch Grün-Weiß versteckte sich nicht, arbeitete sich durch ansehnliches Kurzpassspiel aussichtsreiche Chancen, welche schließlich nach präzisem Pfreimer-Zuspiel von Borris zum Ausgleich verwertet wurde (21.). Folglich blieben die Gäste am Drücker und fuhren weiter gefährliche Angriffe, bei denen meist nur die Fußspitze oder die letzte Präzision fehlte. Erneut jubeln konnten die Gäste nach Dunkels Schuss, welcher vom Lok-Keeper mit größter Mühe an den Pfosten gelenkt werden konnte und im Anschluss von Armstroff über die Linie gedrückt wurde. Nur einer auf dem Platz sah diesen dabei jedoch im Abseits, der Linienrichter. Lok spielte weiter ihr bewährtes Mittel, die langen Bälle in die Spitze. Einen individueller Fehler der Hintermannschaft nutzte Gliffe in der 37. Minute zur erneuten Führung. Nur 3 Minuten später wieder ein langer Ball, Kirchner springt am Ball vorbei und Kleinert hatte keine Mühe, den Ball ins verwaiste Tor einzuschieben. Mit dem Ergebnis von 3:1 ging es in die Pause, in welcher Trainer Körner klare Worte fand und seine Schützlinge motivierte, weiterhin an den Erfolg zu glauben. In einer zunehmend hart geführten Partie spielten die Gäste weiter mutig nach vorn, ohne jedoch den Rückstand verkürzen zu können. Erst der eingewechselte Schirm ließ die Grün-Weißen wieder hoffen und verkürzte 11 Minuten vor Schluss. Die Gäste nun am Drücker, Lok sichtlich verunsichert. Und nur 2 Minuten später lag der Ball erneut im Tor. Jüngling köpfte zum vielumjubelten Ausgleich ein. Kurz vor Schluss sah der bereits verwarnte Schirm nach Rangelei Gelb-Rot, sodass es nun hieß, den hart erkämpften Punkt mit allem zu verteidigen. 2 Minuten Nachspielzeit galt es zu überstehen. Nach weitem Einwurf drang der stark aufspielende Borris in den Strafraum ein und ließ sich dabei nur per Foul stoppen. Den folgenden Strafstoß setzte er gekonnt sicher ins Eck. Das Unmögliche war geschafft, das Spiel gedreht. Da die Gastgeber in der Nachspielzeit keinen nennenswerten Angriff mehr zustande brachten, wurde der Vorsprung bis ins Ziel gerettet und die 3 Punkte lautstark gefeiert. Neben der kämpferischen Leistung der gesamten Mannschaft stachen vor allem Pfreimer und Doppeltorschütze Borris an diesem Tag heraus. Für den VfB Grün-Weiß bedeutet dieser Sieg weiterhin die Maximalausbeute von 12 Punkten aus den letzten 4 Spielen und den damit verbundenen Sprung auf Tabellenplatz 5. In der kommenden Woche steigt dann am Johannesplatz das Duell gegen den 6., es gastiert die Spielgemeinschaft von der Lache.